Qualitätssicherung im Planungsprozess
Planungsfehler kosten Zeit, Geld und gefährden mitunter den gesamten Projekterfolg. In Industrieplanungsprojekten geht es nicht darum, nachträglich Fehler aufzuspüren. Im Zentrum steht, komplexe Zusammenhänge frühzeitig zu ordnen und beherrschbar zu machen. Eine solide Qualitätssicherung sorgt also dafür, dass Risiken gar nicht erst entstehen.
Dieser Beitrag zeigt Ihnen auf, warum Project Quality Management (PQM) wichtig ist, wie Verantwortlichkeiten verteilt sind und geht auf die Anforderungen der SIA-Norm 2007:2001 ein. Ausserdem teilen wir von SOLTIC unser Erfahrungswissen zur Qualitätssicherung im Planungsprozess mit Ihnen.

Projekt-Qualitätsmanagement: Planung nachhaltig gestalten
Qualitätssicherung im Planungsprozess fokussiert die Leistungsfähigkeit und Verlässlichkeit von Planungsleistungen. Sie dient nicht in erster Linie der Kontrolle, sondern der systematischen Beherrschung von Komplexität.
Bau- und Infrastrukturprojekte vereinen eine Vielzahl von Akteuren, Schnittstellen, Normen und Abhängigkeiten. Ohne ein strukturiertes Projekt-Qualitätsmanagement besteht die Gefahr, dass funktionale, terminliche oder wirtschaftliche Anforderungen nicht vollständig erreicht werden.
Die SIA-Norm 2007:2001 «Qualität im Bauwesen – Aufbau und Anwendung von Managementsystemen» versteht Qualität als Zusammenspiel von Produkt‑, Prozess- und Organisationsqualität. Sie fordert, dass Qualität im Bauwesen nicht als Endergebnis, sondern als Ergebnis eines geplanten und dokumentierten Prozesses verstanden wird.
Damit ist Qualitätssicherung Teil der Führungsaufgabe eines jeden Projekts. Sie ermöglicht Transparenz, Nachvollziehbarkeit und einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess.
Ein gelebtes Projekt-Qualitätsmanagement hat zwei Wirkungen:
- Werkzeug für den Projekterfolg
Risiken werden frühzeitig erkannt, Abweichungen korrigiert und Mehrkosten vermieden. - Wissensbildung im Unternehmen
Erfahrungen zwischen Projekten werden systematisch zurückgeführt, was zur Organisationsentwicklung beiträgt.
Aufgaben des Bauherrn vs. Aufgaben des Planers
Qualitätsmanagement ist eine gemeinsame Verantwortung von Bauherr und Planer. Die Aufgaben unterscheiden sich, ergänzen sich aber im Ziel, ein funktional und wirtschaftlich optimales Ergebnis zu erreichen.
Verantwortlichkeiten des Bauherrn
Der Bauherr ist verantwortlich für die Qualität der Zieldefinition. Dazu gehören:
- Bedarfsplanung
- Beschreibung der funktionalen Anforderungen
- Festlegung der Kosten- und Terminziele
- Entscheidung über die anzuwendenden Normen und Standards
Nur wenn die Ausgangsparameter klar definiert sind, kann der Planer diese in einen überprüfbaren Leistungsprozess übersetzen. In der Praxis zeigt sich, dass Bauherren vor allem bei der Bedarfsplanung und Anforderungsdefinition Unterstützung benötigen. Das erfahrene Team von SOLTIC begleitet den Bauherrn auf Wunsch bei der Zieldefinition, um ein solides Fundament für die Planung zu schaffen.
Verantwortlichkeiten des Planers
Der Planer – bei komplexen Projekten in der Regel der Generalplaner – trägt die Verantwortung für die Qualität der Zielerreichung. Dazu zählen:
- Methodische Planung
- Koordination aller Beteiligten
- Sicherstellung der fachlichen Richtigkeit
- Dokumentation der Arbeitsschritte und Entscheidungsgrundlagen
Gemäss SIA 2007 ist der Planer verpflichtet, das Qualitätsmanagementsystem anzuwenden, das vom Bauherrn vorgegeben oder gemeinsam definiert wurde. Er hat seine Prozesse zu dokumentieren und auf deren Wirksamkeit hin regelmässig zu überprüfen.
Durch geeignete Massnahmen sollen Risiken gezielt reduziert und Chancen genutzt werden. Grundlage ist die Risikostrategie des Auftraggebers, welche festlegt, welche Projektbeteiligten für einzelne Risikoaspekte verantwortlich sind und welche Risiken übertragen oder akzeptiert werden. Die Planung und Umsetzung der entsprechenden Massnahmen liegt bei den jeweils verantwortlichen Stellen und dient der wirksamen Beherrschung der identifizierten Projektrisiken.
Herausforderungen in der Praxis
In der Praxis zeigt sich, dass Qualitätsprobleme häufig an den Schnittstellen zwischen Bauherr, Generalplaner und Fachplanern entstehen. Besonders in grossen Projekten mit mehreren Auftragsebenen kann es zu Unklarheiten in den Verantwortlichkeiten kommen.
Unsere Erfahrung aus der Projektpraxis zeigt, dass gerade in diesen Schnittstellen eine konsequente Klärung der Rollen und Kommunikationswege entscheidend ist, um Verzögerungen, Nachträge oder Doppelspurigkeiten zu vermeiden. Die klare Rollentrennung bei gemeinsamer Verantwortung ist der Kern einer funktionierenden Qualitätskultur.
Aufbau des Qualitätsmanagements
Ein wirksames Qualitätsmanagementsystem muss sowohl strukturiert als auch an die Grösse und Komplexität eines Projekts angepasst sein. Der Aufbau folgt im Idealfall den Phasen der SIA-Ordnung 112 und den darin definierten Planungs- und Entscheidungsstufen.
Das Projekt-Qualitätsmanagement gliedert sich in drei zentrale Prozesse:
- Planung der Qualität
Definition von Qualitätszielen, Prüfpunkten und Zuständigkeiten je Planungsphase - Sicherung der Qualität
Überwachung und Dokumentation der laufenden Prozesse, Prüfung von Planunterlagen und Schnittstellen - Verbesserung der Qualität
Nachbearbeitung, Lessons Learned und Anpassung der Methoden für künftige Projekte.
Bei SOLTIC wird dieses Prinzip in einer praxisnahen Struktur umgesetzt, die zwei wesentliche Elemente kombiniert:
- Projektmonitoring
Wir beurteilen jedes Projekt quartalsweise anhand eines standardisierten Monitorings. Dabei bewerten und dokumentieren wir die Risiken in den Dimensionen Qualität, Kosten und Termine. Abweichungen werden im Projektteam besprochen und ggf. Massnahmen zur Stabilisierung festgelegt. Dieses Monitoring dient nicht als Kontrollinstrument von aussen, sondern als Werkzeug der Selbststeuerung im Projekt. - Coaching durch die Geschäftsleitung
Parallel zum Projektmonitoring wird jeder Projektleiter durch ein Mitglied der Geschäftsleitung begleitet. In regelmässigen Coachinggesprächen erörtern beide Projektrisiken, Entscheidungsprozesse und Ressourcenfragen. Diese Gespräche schaffen Reflexions-Räume, in denen operative Themen mit strategischem Blick diskutiert werden können. Das fördert die Qualität der Entscheidungen und stärkt die Eigenverantwortung der Projektleitenden.
Win-Win: Erfüllt SIA-Anforderungen und ist schlank
Diese Kombination aus systematischem Monitoring und persönlichem Coaching erfüllt die Anforderungen der SIA 2007 an interne Audits, ist aber bewusst schlank und praxisorientiert gestaltet. Sie fokussiert die Wirksamkeit, nicht die Formalität des Systems. Die Erfahrung zeigt, dass sich so Planungsfehler, Koordinationslücken und Terminabweichungen frühzeitig identifizieren lassen – noch bevor sie baulich oder finanziell relevant werden.
Herausforderungen in der Praxis und Lösungen
Qualitätssicherung scheitert in der Praxis selten an fehlenden Verfahren, sondern an deren konsequenter Anwendung. Die grössten Herausforderungen liegen in der Steuerung von Ressourcen, Schnittstellen und Kommunikation.
Fazit
Qualitätssicherung im Planungsprozess ist mehr als ein formales System. Sie ist ein Instrument der Führung und der Kommunikation. Ihr Erfolg beruht auf drei Grundprinzipien:
- Klarheit der Rollen
- Regelmässigkeit der Überprüfung
- Offenheit in der Reflexion
SOLTIC praktiziert die Verbindung von strukturiertem Projektmonitoring und persönlichem Coaching. Wir zeigen damit, dass Qualitätssicherung wirksam sein kann, ohne bürokratisch zu sein. Sie schafft Vertrauen in die Planung, Transparenz im Prozess sowie Stabilität im Projektergebnis – und damit die Grundlage für nachhaltige Qualität im Bauwesen.
Geben Sie die Gesamtleitung Ihres Industriebauvorhabens in erfahrene Hände
Ob Logistikcenter, Fertigungs- und Montagebetriebe, Labor- oder Pharmagebäude – wer die Qualität seines Planungsprojektes von Anfang an sichern möchte, profitiert von unseren umfassenden Gesamtleitungsleistungen. SOLTIC übernimmt die Koordination aller Fachbereiche, stellt konsistente Prozesse sicher und sorgt mit Leidenschaft dafür, dass komplexe Projekte termingerecht, effizient und erfolgreich umgesetzt werden.
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Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.
Beat Fischer
Mitglied der Geschäftsleitung